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Vor diesem Hintergrund gewinnt das Recruiting\nan Bedeutung. Es stellt nicht nur ein Mittel der Personalgewinnung dar, sondern ist auch eine\nSchnittstelle, an der sich professionelle Werte, Lebensrealitäten und organisationale Anforderungen\nverdichten. Diese Masterarbeit untersucht, wie Sozialarbeiter:innen Recruiting-Prozesse erleben\nund bewerten. Welche individuellen Entscheidungsmodi in den verschiedenen Phasen der\nCandidate Journey wirksam werden, wie Lebenssituation und berufliche Vorerfahrungen diese\nEntscheidungen beeinflussen und welche organisatorischen sowie ethischen Anforderungen\nSozialarbeitende an Recruiting-Prozesse stellen, wird in dieser Arbeit beleuchtet. Methodisch stützt\nsich die Arbeit auf fünf narrative Interviews und eine Gruppendiskussion, die mittels der\ndokumentarischen Methode nach Ralf Bohnsack ausgewertet wurden. Die theoretische Rahmung\nerfolgt auf Basis aktueller Recruiting-Literatur, Erkenntnissen des Personalmanagements sowie\neiner phänomenologischen Perspektive auf Wahrnehmung und Entscheidungsfindung. Die\nErgebnisse zeigen vier Hauptausprägungen: Sozialarbeiter:innen mit Care-Verpflichtungen streben\nnach Stabilität und Planbarkeit und priorisieren verlässliche Rahmenbedingungen. Personen ohne\nfamiliäre Verpflichtungen, aber mit finanzieller Absicherung, orientieren sich stark an Werten, Kultur\nund Selbstverwirklichung. Bewerbende in unsicheren Lebenslagen fokussieren auf existenzielle\nSicherheit und zeigen wenig kritische Distanz zum Recruiting-Prozess. Berufsanfänger:innen\nwiederum verbinden den Bewerbungsprozess mit der Suche nach beruflicher Identität, Sinn und\nZugehörigkeit. Über alle Gruppen hinweg zeigt sich ein deutlich netzwerkbasiertes\nEntscheidungsverhalten, während automatisierte oder KI-gestützte Verfahren eher skeptisch\nbeurteilt werden. Jede Wahrnehmung des Recruiting-Verfahrens beeinflusst die Entscheidung für\noder gegen eine Stelle – nicht nur individuell, sondern auch eingebettet in kollektive\nDeutungsmuster, die innerhalb professioneller Netzwerke und organisationaler Kulturen geteilt und\nweitergegeben werden. Recruiting wird damit nicht nur als strategisches Instrument der\nPersonalgewinnung sichtbar, sondern auch als bedeutsamer Resonanzraum beruflicher\nOrientierung.\n"}]},{"@type":"bf:Note","skos:prefLabel":[{"@language":"eng","@value":"The social economy labor market is undergoing radical change: the principles of New Work -\nflexibility, self-determination and a sense of purpose - are coming up against structural bottlenecks,\na shortage of skilled workers and a high workload in the social sector. Against this backdrop,\nrecruiting is becoming increasingly important. It is not only a means of recruiting personnel, but also\nan interface where professional values, life realities and organizational requirements come together.\nThis master's thesis examines how social workers experience and evaluate recruiting processes.\nThis thesis examines which individual decision-making modes become effective in the various\nphases of the candidate journey, how life situation and previous professional experience influence\nthese decisions, and which organizational and ethical requirements social workers place on\nrecruiting processes. Methodologically, the work is based on five narrative interviews and a group\ndiscussion, which were analyzed using the documentary method according to Ralf Bohnsack. The\ntheoretical framework is based on current recruiting literature, findings from HR management and a\nphenomenological perspective on perception and decision-making. The results show four main\ncharacteristics: Social workers with care responsibilities strive for stability and predictability and\nprioritize reliable framework conditions. People without family obligations but with financial security\nare strongly oriented towards values, culture and self-realization. Applicants in insecure life situations\nfocus on existential security and show little critical distance to the recruiting process. Job starters,\non the other hand, associate the application process with the search for professional identity,\nmeaning and belonging. Across all groups, there is a clearnetwork-based decision-making behavior,\nwhile automated or AI-supported processes are viewed rather skeptically. Every perception of the\nrecruiting process influences the decision for or against a position - not only individually but also\nembedded in collective patterns of interpretation that are shared and passed on within professional\nnetworks and organizational cultures. Recruiting thus becomes visible not only as a strategic\ninstrument of personnel recruitment, but also as a significant resonance space for professional\norientation"}]},{"@type":"bf:Note","skos:prefLabel":[{"@language":"deu","@value":"Fachhochschule St. Pölten, Masterarbeit 2025, Studiengang Soziale Arbeit"}]},{"@type":"bf:Note","skos:prefLabel":[{"@language":"deu","@value":"Der Arbeitsmarkt in der Sozialen Arbeit verändert sich.\nEs gibt zu wenige Fachkräfte. Gleichzeitig wünschen sich viele Sozialarbeiter:innen mehr Mitbestimmung, Flexibilität und Sinn in ihrer Arbeit. Deshalb wird es immer wichtiger, wie Stellen besetzt werden – also, wie der Bewerbungs- und Auswahlprozess für eine Arbeitsstelle (Recruiting) abläuft.\n\nDiese Arbeit beschäftigt sich mit folgenden Fragen:\n\n    Wie erleben und bewerten Sozialarbeiter:innen den Bewerbungsprozess?\n\n    Welche Rolle spielen ihre persönliche Lebenssituation und berufliche Erfahrungen dabei?\n\n    Was ist ihnen im Bewerbungsprozess besonders wichtig?\n\n    Welche Erwartungen haben sie an die Organisationen, bei denen sie sich bewerben?\n\nFür die Untersuchung wurden Interviews mit fünf einzelnen Sozialarbeiter:innen geführt. Zusätzlich gab es eine Gruppendiskussion mit vier weiteren Fachkräften.\n\nBei der Auswertung der Gespräche zeigen sich folgende Tendenzen:\n\nSozialarbeiter:innen mit familiären Verpflichtungen (z. B. Kinder oder Pflegeaufgaben) wünschen sich oft einen sicheren und gut planbaren Arbeitsplatz.\n\nSozialarbeiter:innen ohne Familie und mit finanzieller Absicherung legen besonderen Wert auf gute Arbeitskultur, gemeinsame Werte und Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung.\n\nSozialarbeiter:innen in finanziell schwierigen Lebenssituationen suchen vor allem nach Stabilität und Einkommen. Im Bewerbungsprozess stellen sie oft weniger Fragen.\n\nBerufsanfänger:innen wünschen sich Orientierung. Sie suchen nach Sinn in der Arbeit, Zugehörigkeit im Team und einer beruflichen Identität.\n\nPersönliche Kontakte spielen eine große Rolle: Viele Entscheidungen im Bewerbungsprozess werden davon beeinflusst, wen man kennt.\n\nDigitale oder automatisierte Auswahlverfahren werden oft kritisch gesehen. Viele bevorzugen Bewerbungsverfahren, die von Menschen geführt werden.\n\nFazit:\nBewerbung und Auswahl sind mehr als nur Mittel zur Personalgewinnung. 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